Nathanaels Botschaft – Teil 2

Ein Sonnenuntergang ist ein wunderbares Erlebnis, und weil ihr es nicht in euch ganz aufnehmt, wollt ihr wieder einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang erleben. Ihr braucht immer mehr vom selben, um ganz zu erfahren, denn ein Augenblick allein genügt nicht, wenn man diesen besonderen Augenblick nicht ganz und vollständig verdaut. Das Bemühen um Vollständigkeit könnte euch zu einem Bemühen um vollständiges Verdauen werden. Erlebe jeden Augenblick, als wäre er dein letzter auf Erden – diesen Spruch habt ihr sicher schon gehört. Und vielleicht macht er euch ein bisschen Angst, weil er euch an eure Endlichkeit erinnert. Ihr seid aber nur in diesem Erdenleben sterblich und endlich. Eure Seele ist ewig. Und unendlich. Wenn du glaubst, nur mehr kurz zu leben, kannst du dich dafür entscheiden, alles zu bedauern und zu weinen, weil du so viel nicht mehr erleben kannst – aber eigentlich ist mit diesem Wort gemeint, dass du alles so sehr genießen kannst, als wäre es das letzte Mal.

Diese Art von Genießen meine ich auch nicht, wenn ich sage, ihr sollte eure Erlebnisse und Eindrücke gut verdauen. Ihr solltet eure Erlebnisse in dem Bewusstsein nehmen, dass ihr unendlich seid. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben, dass jemand eurem Leben ein Ende bereitet, denn eure Seele ist unendlich. Ihr hab alle Zeit der Welt, um euch selbst zu manifestieren, um euch selbst als Geschenk des Göttlichen Geistes zu erleben. Genießt euch selbst, als Geschenk, als Gabe des Herrn an die Welt und an das Universum. Jedes Lebewesen ist ein Geschenk, das sich Gott selbst gemacht hat. Auch wir Engel fühlen uns als Geschenk, als Gabe und als Manifestation des einen umfassenden Herrn. Und gleichzeitig fühlen wir uns in der Einheit mit dem Geber der Gaben – so sind wir Geschenk, Schenkende und Beschenkte zugleich. Es ist, als hätten wir jeden Tag Geburtstag und würden überhäuft mit dem unglaublichsten Geschenk, mit uns selbst.
Kannst du erkennen, dass dein Leiden nur daraus rührt, dass du dein Leben nicht als Geschenk siehst, sondern als Aufgabe und Belastung, als eine Zeitspanne, in der man so vieles tun muss, um einem oft unbewussten Ideal gerecht zu werden? Haben deine Eltern und alle Menschen, die du kennst, dich nicht gelehrt und siehst du nicht täglich bestätigt, dass das Leben ein Weg der Trübsal und der Plage ist?

Wir sind sehr mit euch verbunden und wir fühlen diese Schmerzen, die euch quälen und anleiten, immer mehr aus dem Leben herauszuholen, um euch lebendig zu fühlen. Ihr rennt durch das Leben, als würde eine Meute kläffender, bissiger Hunde hinter euch her sein und euch verfolgen. Die kläffenden Hunde sind leider in euch selbst vergraben und heißen, Angst und Schuldgefühl.
Womit wir bei einem Thema wären, das ich euch erklären möchte, das aber oft missverstanden wird und ich hoffe, es so zu deuten, dass ihr euer Herz öffnen könnt und die Lage versteht.

Vom Karma
Das Karma, von dem so oft die Rede ist in eurer Dimension, ist ein Ausdruck des Bemühens, es richtig zu machen. Und darin liegt das Übel – in dem Wort machen. Denn tauscht ihr das Wort richtig machen aus und ersetzt es durch das Wort richtig sein – so seid ihr schon der Lösung sehr nahe. Denn oft bedarf es nicht der Handlung, sondern nur des Seins.
Durch jede Handlung wird neues Karma verursacht, so lehren es die Weisen der Welt. Und sie lehren auch, dass nur das Ende des Handelns das Leiden erlösen kann. Und auch wir sehen die Dinge in diesem Licht.
Und was heißt es nun, nicht zu handeln? Es heißt, sich nicht mit den Handlungen zu identifizieren, nicht den eigenen Wert oder die eigene Identität oder die eigene Lebendigkeit aus den Handlungen abzuleiten.
Jedes Handeln hat einen Richtungsvektor. Er ist nach außen, weg von euch gerichtet. So kann Handeln nicht zu euch zurückführen, sondern wird immer einen Spiegel erzeugen, in dem ihr euch sehen könnt – und als solches ist Handeln wertvoll, als Mittel zum Erkennen des Selbst, aber nicht, um sich selbst zu fühlen. Denn Fühlen hat einen anderen Richtungsvektor, der geradewegs zu einem selbst zielt.
Atmen hat einen anderen Vektor, von oben nach unten, von unten nach oben. So stelle dir dein Leben als Kreuz vor – und auch diesen Vergleich kennst du sicherlich. Du bist vertikal nach oben und unten und waagrecht nach außen und innen ausgerichtet. Du selbst bist genau im Zentrum dieser Bewegungen gelagert. Und Fühlen bringt dich in dieses Zentrum. Bleibe dort solange es dir gefällt. Spüre dich, erfahre dich in deinem Handeln, in deinem Atem und in deinem Sein.

Handeln aus Freude
Versuche eine weitere Übung zu machen und stelle dir vor, was du alles tun musst. In deinen Gedanken gibt es so viele Dinge, die du glaubst, tun zu müssen. Und allein das Wort „müssen” erzeugt Widerstand in dir.
Das Zentrum deines Seins ist frei und es gibt nichts, das es tut, wenn es gezwungen wird – und so besteht der wahre Missbrauch an dir immer darin, dass du Dinge tun musst, die du nicht wirklich willst – die nicht aus dem Zentrum deiner Liebe stammen.
Und immer wieder gibt es da diesen inneren Ruf in dir, das zu machen, was dir Freude bereitet und immer wieder ignorierst du diesen Ruf und machst, was du zu müssen glaubst. Fühle in dir, was Widerstand erzeugt und deinen Widerwillen erregt. Glaubst du, dass Gott macht, was er nicht will? Es kann nichts Gutes aus dem erstehen, das man nicht machen will. Alles Tun entspringt dem Quell der Freude und der Liebe und du kannst dich auch nicht belügen, indem du dir einredest, dass du das, was du glaubst, tun zu müssen und nicht mit Freude machst, doch gern tust. Das ist eine Lüge gegen dich selbst. Und wie oft hast du dich in dieser Art belogen und welches Schicksal hast du dir dadurch geschaffen? Glaubst du nicht, dass es an der Zeit wäre, ein neues Leben zu beginnen und dich auf das zu konzentrieren, was du gerne tust?
Suche in deinen Gedanken oder schreibe dir eine Liste, und führe alles an, von dem du glaubst, es tun zu müssen und lies dir diese lange Liste durch. Gibt es da auf diese Liste nur eine Sache, die du aus freiem Willen machst? Und füge all die Dinge an, die du aus freiem Willen machst. Erkennst du nun, die Gefangenschaft, in der die Menschen stehen?
Es ist uns eine Freude, euch beizustehen, wir erfreuen uns an unserem Tun und sind glücklich, wenn ihr nur einen Hauch von uns erspürt und euren Kopf und euer Denken in Richtung Himmel weist.
Doch seid ihr Menschen nicht die Einzigen, die wir betreuen, wir freuen uns über jede Lebensform, die unter unserem Segen steht und überaus erfreuen wir uns an unserem Erleben von Gott und der Unendlichkeit. Da gibt es nicht das Tun aus einem Zwang heraus, sondern Freiheit tun zu können, was man gerne tut.
So sehr wünschen wir, dass diese Freude auf euch übergeht und ihr die Erde in ein Paradies verwandelt, in dem ihr tun und lassen könntet, was ihr wollt. Auch wir tun, was wir wollen und das ist Tun aus reinster Liebe – so wissen wir, es würde eure Welt nicht im Chaos der Anarchie versinken, wenn ihr von eurem Müssen lasst, sondern genau das Andere würde eintreffen und ihr würdet euch umarmen in Freiheit und liebevollem Tun.
Da nun die Worte der Bibel des Alten Testaments im Kopfe meines Mediums erscheinen, möchte ich auch darauf eine Antwort geben. Die Vertreibung aus dem Paradiese ist eine Parabel, ein Gleichnis, das nicht damit endet, dass ihr im Staube kriechen sollt und euch mühen müsst, um euch und euresgleichen zu ernähren, dieses Gleichnis ist mehr ein Schluss, eine Möglichkeit, die euch gegeben wurde, um das Leben zu erfahren, doch es gibt noch andere Möglichkeiten, dieses Wort zu deuten. Es ist die Angst, die Menschen dazu getrieben hat, sich Gefahren zu schaffen. Die „Vertreibung aus dem Paradiese” ist nicht geschehen, weil die Menschen Erkenntnis wollten, sondern weil sie durch die Dichte der Materie verlernten, ihre Wurzeln und ihr Vertrauen auf Gott auszurichten. Es fand eine Verschiebung statt. Als Ernährer wurde nunmehr die Erde betrachtet und ihre Früchte zu ernten, ihre Tiere zu jagen und ihren Launen zu entkommen, wurde als besonders schwierig empfunden.

Die Erde ist eine wunderbare Seele, die euch dichte Materie schenkt, in der ihr leben könnt. Richtet ihr jedoch den Blick nach oben und wurzelt euer Vertrauen in Gott, so wandelt sie ihr Gesicht und zeigt euch ihre immaterielle Natur, die voller Friede, Freude und Harmonie ist.
So bittet die Erde als Schwester in Gott, euch zu nähren und euch zu kleiden und erkennt, dass sie so viele Schichten hat, die ihr noch erkennt und lernt von ihr zu nehmen, was sie euch geben kann. Lernt euch zu verbinden mit dem Geist der Mutter Erde und nicht mit ihrer sichtbaren Dimension, sondern lernt ihre unsichtbaren Ebenen zu fühlen – und sie wird euch zeigen, welche Schätze sie vor den Augen der anderen verbirgt.

Mutter Erde, Schwester und beste Freundin,
Kind Gottes, so wie ich, Geschöpf des Einen Geistes,
geboren aus der Liebe im unendlichen Herzen Gottes,
zeig mir dein Angesicht der Liebe und Vollkommenheit,
führ mich weg aus falschem Denken über dich
und weise mir die Schätze, die du birgst und verwaltest.
So bitte ich dich, lass mich Anteil haben am Reichtum und an der Fülle, die du hegst und pflegst,
denn immer mehr erkenne ich, das Mangel, Dürre und Not nur eine Facette deiner Existenz sind,
erzeugt und verstärkt durch Angst und Furcht der Menschen.
Mutter Erde, wahre Erde, ich bitte dich, öffne mir die Tore zu deiner Fülle
und lass mich diese Fülle genießen und deine Schönheit preisen.

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